Einordnung
Dieser Bericht bezieht sich auf den Stand vom 19. Oktober 2026 und stützt sich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Quellen.
Die Inflation steigt im September auf 3,3 Prozent und erreicht den höchsten Wert seit Dezember 2023, die Bauzinsen sind laut Finanztip zuletzt leicht gesunken, und die nächste EZB-Entscheidung fällt am 29. Oktober. Dazu der aktuelle Preisvergleich für Delmenhorst und ein Förderthema für Eigentümer mit Heizungsplänen.
Delmenhorst, Oldenburg, Ganderkesee, Hude, Stuhr, Lemwerder
Dieser Bericht bezieht sich auf den Stand vom 19. Oktober 2026 und stützt sich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Quellen.
Die Inflationsrate in Deutschland lag im September 2026 bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August. Das Statistische Bundesamt bestätigte am 13. Oktober seine erste Schätzung. Es ist der höchste Wert seit Dezember 2023. Treiber bleibt die Energie mit plus 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, darunter Kraftstoffe mit plus 37,1 Prozent und Heizöl mit plus 74,9 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie liegt unverändert bei 2,4 Prozent.
Nach dem deutlichen Anstieg seit Anfang Juli sind die Bauzinsen laut Finanztip zuletzt erstmals wieder leicht gesunken. Finanztip nennt für den 16. Oktober für zehnjährige Zinsbindungen 4,4 Prozent bei 60 und bei 80 Prozent Beleihung, am 7. Oktober waren es 4,4 und 4,5 Prozent. Interhyp nennt für den 15. Oktober 4,5 Prozent. Für die kommenden ein bis zwei Monate erwarten 80 Prozent der im Interhyp-Bankenpanel befragten Institute gleichbleibende Bauzinsen und 20 Prozent fallende, mit steigenden Zinsen rechnet niemand. Der Expertenrat von Dr. Klein erwartet bis zum Jahresende stabile bis leicht steigende Bauzinsen.
Der Einlagesatz der EZB liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 Prozent, beschlossen wurde die Erhöhung am 10. September. Die nächste Zinsentscheidung steht am 29. Oktober 2026 an, danach folgt die Sitzung am 16. und 17. Dezember. Laut Interhyp-Bankenpanel erwartet die Commerzbank eine weitere Erhöhung im Dezember. Der ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski hält die an den Finanzmärkten eingepreisten bis zu vier Erhöhungen für unwahrscheinlich.
Bei der KfW-Heizungsförderung für Wohngebäude beträgt die Grundförderung weiterhin 30 Prozent, der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit 28.000 Euro. Dieser Betrag sinkt erstmals zum 1. Februar 2027 und danach halbjährlich um 750 Euro. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus, derzeit 16 Prozent, sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Bundesmittel, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Die ausgewerteten Quellen weisen für Eigentumswohnungen in Delmenhorst Quadratmeterpreise zwischen 2.090 und 2.317 Euro aus, für Häuser zwischen 2.191 und 2.666 Euro. Mehrfamilienhäuser liegen in einer der Auswertungen bei 1.840 Euro pro Quadratmeter, die Auswertung derselben Quelle für Stuhr weist 2.024 Euro aus. Bei allen Werten handelt es sich um Angebotspreise, nicht um beurkundete Kaufpreise. Die Auswertungen unterscheiden sich in Datenbasis und Abgrenzung, die Spannen sind deshalb als Orientierung zu lesen.
Bei Häusern reicht die Jahresveränderung der Angebotspreise je nach Auswertung von minus 13,58 bis plus 4,53 Prozent, bei Eigentumswohnungen von minus 1,39 bis plus 2,47 Prozent. Die Auswertungen widersprechen sich teilweise deutlich, eine eindeutige Marktrichtung lässt sich daraus nicht ableiten. Bei einer Inflationsrate von 3,3 Prozent bedeuten nominale Steigerungen unterhalb dieser Rate näherungsweise einen realen Rückgang. Diese Betrachtung ist ein Marktsignal und kein automatischer Abschlag für ein einzelnes Objekt.
Für Wohnungen in Delmenhorst weisen zwei Auswertungen Angebotsmieten von 9,03 und 9,07 Euro pro Quadratmeter aus, das sind 6,74 und 6,89 Prozent mehr als im Vorjahr. Delmenhorst ist in der Liste der niedersächsischen Kommunen mit Mietpreisbremse nicht aufgeführt.
Für den Verkauf gilt: Ein pauschaler Quadratmeterpreis ist wegen der weit auseinanderliegenden Auswertungen keine tragfähige Grundlage für den Angebotspreis. Lage innerhalb der Stadt, Baujahr, Zustand, Wohnfläche und Grundstück bestimmen den erzielbaren Wert. Interhyp rät Kaufinteressierten, mit dem aktuellen Zinsniveau zu kalkulieren und Kaufpreise zu verhandeln, gerade bei Bestandsimmobilien seien Abschläge möglich. Für die Finanzierung gilt: Bei Bauzinsen von 4,4 bis 4,5 Prozent bleibt die Finanzierung für Kaufinteressenten anspruchsvoll, was bei der Preisvorstellung zu berücksichtigen ist. Für die Modernisierung gilt: Wer eine Heizung erneuern möchte, kann die Antragstellung vor dem 1. Februar 2027 grundsätzlich prüfen, da Förderhöchstbetrag und Klimageschwindigkeitsbonus danach halbjährlich sinken.
Bei Bauzinsen von 4,4 bis 4,5 Prozent für zehn Jahre Zinsbindung lohnt der Vergleich mehrerer Angebote. Bei Interhyp liegen zwischen einem Beleihungsauslauf unter 70 Prozent und über 90 Prozent 0,40 Prozentpunkte, Eigenkapital beeinflusst den Zins also messbar. Für die kommenden ein bis zwei Monate rechnen die im Interhyp-Bankenpanel befragten Institute überwiegend mit gleichbleibenden Zinsen.
Der Kaufpreisfaktor liegt laut immobilienpreise-2026.de in Delmenhorst bei 20,2 für Wohnungen und 23,4 für Häuser, in Stuhr bei 22,3 und 25,3. Mehrfamilienhäuser liegen in beiden Orten unter den Werten für Häuser und Wohnungen derselben Auswertung. Der Preis je Quadratmeter Wohnfläche allein sagt nichts über die Rendite, maßgeblich sind Mieteinnahmen, Zustand und Finanzierung.
Die genannten Werte beruhen auf öffentlich zugänglichen Portal- und Marktauswertungen und dienen ausschließlich der allgemeinen Marktorientierung. Es handelt sich um Angebotspreise und Angebotsmieten, nicht um beurkundete Kaufpreise. Der tatsächliche Wert einer Immobilie kann erst nach Prüfung von Lage, Grundstück, Gebäudezustand, Wohnfläche, Ausstattung und relevanten Unterlagen belastbar eingeschätzt werden.
Abruf jeweils am 19.10.2026, soweit nicht anders angegeben.
Endgültiges Ergebnis des Statistischen Bundesamtes vom 13.10.2026 (Pressemitteilung Nr. 364), nach 2,9 % im August und höchster Wert seit Dezember 2023. Gegenüber August stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 %. Energie plus 14,9 % zum Vorjahresmonat (Kraftstoffe plus 37,1 %, Heizöl plus 74,9 %), Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie 2,4 %. Abgerufen am 19.10.2026.
Finanztip, Stand 16.10.2026: 4,4 % bei 60 % Beleihung und 4,4 % bei 80 % Beleihung, laut Finanztip zuletzt erstmals wieder leicht gesunken (Stand 07.10.2026: 4,4 % und 4,5 %). Interhyp, Stand 15.10.2026: 4,5 %. Interhyp-Konditionsangebote vom 05. bis 11.10.2026: 4,22 % (Beleihung unter 70 %), 4,34 % (80 %), 4,62 % (über 90 %). Abgerufen am 19.10.2026.
Anhebung um 0,25 Prozentpunkte, Beschluss vom 10.09.2026, in Kraft seit 16.09.2026 (Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %, Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 %), Quelle: Europäische Zentralbank. Nächste geldpolitische Sitzung am 28. und 29. Oktober 2026, Zinsentscheidung und Pressekonferenz am 29.10.2026, danach am 16. und 17. Dezember 2026 (EZB-Terminkalender). Interhyp-Bankenpanel, Stand 15.10.2026: Die Commerzbank erwartet eine weitere Erhöhung im Dezember, ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski hält die an den Märkten eingepreisten bis zu vier Erhöhungen für unwahrscheinlich. Abgerufen am 19.10.2026.
Seit 21.07.2026 Grundförderung 30 % und Förderhöchstbetrag 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Dieser Betrag sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich jeweils zum 01.02. und 01.08. um 750 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus (derzeit 16 %) sinkt ebenfalls erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich um vier Prozentpunkte. Quelle: Interhyp-Informationsblatt zur KfW-Heizungsförderung (Programm 458) und HaustechnikDialog (Meldung vom 10.07.2026), abgerufen am 19.10.2026. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Bundesmittel.
Mittel- bzw. Medianwerte vier öffentlicher Auswertungen für Delmenhorst, abgerufen am 19.10.2026: immoportal 2.090 €/m² (Median, Stand 01.10.2026), immobilienpreise-2026.de 2.186 €/m² (Q2 2026), McMakler 2.305 €/m², ohne-makler 2.317 €/m². Angebotspreise, keine beurkundeten Kaufpreise.
Mittel- bzw. Medianwerte vier öffentlicher Auswertungen für Delmenhorst, abgerufen am 19.10.2026: ohne-makler 2.191 €/m², immoportal 2.329 €/m² (Median, Stand 01.10.2026), McMakler 2.450 €/m², immobilienpreise-2026.de 2.666 €/m² (Q2 2026). Angebotspreise, keine beurkundeten Kaufpreise.
Median laut immoportal für Delmenhorst, Stand 01.10.2026, abgerufen am 19.10.2026. Vorjahreswert derselben Auswertung: 1.742 €/m² (plus 5,63 %). Für Stuhr weist dieselbe Auswertung 2.024 €/m² aus. Angebotspreis je m² Wohnfläche, kein beurkundeter Kaufpreis.
Nominal, je Auswertung, abgerufen am 19.10.2026. Häuser: immoportal plus 4,40 %, immobilienpreise-2026.de plus 4,53 % (Q2 2026 zum Vorjahresquartal, zum Vorquartal plus 4,38 %), ohne-makler minus 13,58 % (von 2.535 auf 2.191 €/m²). Wohnungen: immoportal minus 1,39 %, immobilienpreise-2026.de plus 2,47 % (Q2 2026 zum Vorjahresquartal, zum Vorquartal plus 1,6 %), ohne-makler von 2.273 auf 2.317 €/m². McMakler, alle Objektarten: plus 1,65 % in drei Monaten, plus 4,87 % in sechs Monaten, plus 5,74 % in einem Jahr. Die Inflationsrate lag im September 2026 bei 3,3 % (Destatis). Inflationsbereinigt, als Näherung aus nominaler Veränderung minus Inflationsrate, ergibt sich bei Häusern plus 1,10 Prozentpunkte (immoportal) bzw. minus 16,88 (ohne-makler) und bei Wohnungen minus 4,69 (immoportal). Marktsignal, kein automatischer Abschlag für ein einzelnes Objekt.
Zwei Portalauswertungen für Delmenhorst, abgerufen am 19.10.2026: immobilienpreise-2026.de 9,03 €/m² (Q2 2026, plus 6,74 % zum Vorjahresquartal), immoportal 9,07 €/m² (Angebotsmieten, Wohnlage mittel, Stand 01.10.2026, plus 6,89 % zum Vorjahr). Für Häuser weist immobilienpreise-2026.de 9,50 €/m² aus (Q2 2026, plus 4,97 %).
Verhältnis von Angebotspreis zur Jahresnettokaltmiete laut immobilienpreise-2026.de, Q2 2026. Delmenhorst abgerufen am 19.10.2026. Stuhr abgerufen am 12.10.2026: 22,3 (Wohnungen) und 25,3 (Häuser). Berechnet aus Portaldaten, keine beurkundeten Kaufpreise.
Marktbericht Stuhr KW 42/2026: Kaufpreisindikatoren, Mietentwicklung und Finanzierung im Überblick, mit ERBWERT-Einschätzung zur Mikrolage.
Die Angebotspreise für Stuhr liegen je nach Auswertung weit auseinander, die Mieten liegen über dem Vorjahr, und die Mietpreisbremse gilt bis Ende 2029. Für Eigentümer in Stuhr zählt eine objektbezogene Preisfindung, ein pauschaler Quadratmeterpreis reicht dafür nicht aus.
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